Wirtschaft

Defizit so hoch wie zuletzt 1978Frankreichs Schuldenberg wächst auf Rekordniveau

20.09.2026, 01:39 Uhr
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Frankreich ist das am drittstärksten verschuldete Land in der Eurozone. (Foto: picture alliance / Markus Mainka/Shotshop)

Die Obergrenze für die Staatsverschuldung in der Eurozone liegt bei 60 Prozent des BIP. Frankreich überschreitet diese Marke inzwischen um mehr als das Doppelte. 2027 plant die französische Regierung Einsparungen in Milliardenhöhe.

Frankreichs Staatsverschuldung wird in diesem Jahr ihren höchsten Stand seit fast 50 Jahren erreichen. Die Staatsschulden würden in diesem Jahr 119,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und im kommenden Jahr 121,7 Prozent erreichen, räumte das Finanzministerium in Paris ein. So hoch lag der Wert nach Angaben des französischen Statistikamtes Insee seit 1978 nicht mehr.

Damit liegt die Staatsverschuldung mehr als doppelt so hoch wie die Referenzgrenze von 60 Prozent des BIP, auf die die EU-Mitgliedstaaten hinarbeiten müssen. Frankreich ist das am drittstärksten verschuldete Land in der Eurozone. Nur Griechenland und Italien haben mehr Schulden. In Spanien sank die Verschuldung im Juli unter 100 Prozent des BIP, die Regierung in Portugal drückte ihre Schulden 2025 unter 90 Prozent des BIP.

Nach den EU-Regeln soll das öffentliche Defizit nicht mehr als drei Prozent des BIP betragen. Im vergangenen Jahr lag es in Frankreich jedoch bei 5,1 Prozent des BIP, und die Regierung in Paris rechnet damit, dass es in diesem Jahr 5,4 Prozent erreichen wird.

Für das kommende Jahr plant die französische Regierung Einsparungen in Höhe von 54 Milliarden Euro. Der französische Premierminister Sebastien Lecornu strebt außerdem für 2027 ein Defizit von fünf Prozent des BIP an. Das hatte Finanz- und Wirtschaftsminister Roland Lescure vor wenigen Tagen allerdings noch als unrealistisch bezeichnet.

Die Obergrenze für die Staatsverschuldung in der Eurozone wurde eingeführt, um eine solide Finanzpolitik zu garantieren. Trotz der gemeinsamen Währung ist die Haushaltspolitik der Euro-Staaten weitgehend Ländersache. Damit einzelne Staaten nicht übermäßig viele Schulden aufhäufen und womöglich die Stabilität des gesamten Euroraums gefährden, wie zuletzt in der Euro-Schuldenkrise ab 2010, soll dieser feste Rahmen als Disziplinierungsinstrument dienen.

Quelle: ntv.de, bho/AFP

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